Tischtennis Geschichte

Tischtennisabteilung: 25 Titel in 25 Jahren


Erst seit Februar 1979 besteht die Tischtennisabteilung, die mit 28 Gründungsmitgliedern startete und schon im ersten Jahr mit zwei Herren-, und Damen- und einer Jungen-Mannschaft in den Punktspielbetrieb einstieg. Ein Jahr später kamen eine zweite Jungenmannschaft sowie ein Mädchenteam dazu. Kontinuierlich wurden in den folgenden Jahren der Mitgliederstand und die Anzahl der Teams gesteigert. Den Höhepunkt erreichte diese Entwicklung in den Jahren 1995 und 1996, als sechs Herrenmannschaften gemeldet waren. Immerhin vier Jugendteams bedeuteten in den Jahren 1992 bis 1994 den Höchststand im Nachwuchsbereich. Hier hat sich vor allem der langjährige Jungendleiter Reiner Utz überaus verdient gemacht, aus dessen ehemaligen Schützlingen sich heute ein Großteil des Kaders der verbliebenen vier Herrenmannschaften rekrutiert. Auf ihrem Leistungszenit startete die 1. Jungenmannschaft von 1993 bis 1996 drei Jahre lang sogar in der Unterfrankenliga.

Quantitativ teilt inzwischen auch die Tischtennisabteilung das Schicksal der anderen Sparten, denn spätestens seit 1996 bewegt sich der Trend in Richtung Aktivenschwund. Aus dem Rekordwert von ehemals neun Mannschaften in einer Spielzeit waren in der Saison 1002/02 nur noch vier Teams übrig geblieben, drei Herren- und eine Jungenmannschaft. In der darauf folgenden Verbandrunde 2002/03 ging es mit der Meldung von vier Herren- und einer Jugendmannschaft wieder ein kleines Stück aus der Talsohle heraus, und diese Zahl entspricht auch dem aktuellsten Stand.

Die Damenmannschaft musste wegen zu dünner Spielerdecke sogar bereits 1988 ganz abgemeldet werden, nachdem sich noch in der Saison 1983/84 zwei Damenteams an den Punktspielen beteiligt hatten. Auch der Mitgliederstand hat sich bis auf derzeit 40 Aktive reduziert. Damit ist die Sparte Tischtennis zwar die kleinste aller Abteilungen des Vereins, aber in sportlicher Hinsicht bildet sie mit Sicherheit nicht das Schlusslicht.

In den ersten 25 Jahren ihres Bestehens brachte es die Tischtennisabteilung nämlich exakt auch auf 25 Titelgewinne. 14mal durften sich dabei Herrenmannshaften als Meister feiern lassen, sechsmal Jungenteams. Dazu kommen drei Kreispokalgewinne für die Herren und zwei für die jungen. Unvergessen bleibt allein Beteiligten und vielen Zaungästen vor allem die Erinnerung der Meisterschaft durch die 1. Herrenmannschaft im Jahr 1985 in der 1. Kreisliga und der damit verbundene erstmalige Aufstieg in die 3. Bezirksliga, denn dieser Triumph wurde seinerzeit in einem zweimaligen „Stechen“ gegen den SV Wiesenbronn vor jeweils mehr als hundert Zuschauern in Sommerach bzw. in Marktbreit erkämpft. Einen „Rekord für die Ewigkeit“ sicherte sich Sommerach I nach dem zwischenzeitlichen Abstieg in die 1. Kreisliga, als in der Saison 1987/88 dort der Titelgewinn mit 36:0 Punkten und dem geradezu sensationellen Siegverhältnis von 162:5 herausgespielt wurde.

Wie stark die Herrenmannschaften lange Zeit in der Spitze waren, lässt sich daraus ersehen, dass selbst die 2. Mannschaft nach einem überlegenen Titelgewinn in der 1. Kreisliga im Jahre 1996 vier Jahre lang in der Bezirksklasse mitmischte, also der fünften Liga von unten, ehe sie in der Saison 1999/2000 nicht mehr den Klassenerhalt schaffte. Dafür holte sich gleichzeitig die 1. Mannschaft in dieser Liga souverän die Meisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksliga, der bislang größte Erfolg in der Abteilungsgeschichte. Zur Meistertruppe gehörten Frank Hofmann, Günther Wendorff, Andreas Völk, Thomas Martin, Dieter Philipp und Manfred Lippert sowie die vielfach eingesprungenen Ersatzspieler Michael Sauer und Georg Utz.

Ein Jahr später freilich ging es mit der 1. und 2. Mannschaft „synchron“ abwärts. Die Bezirksliga erwies sich für die 1. Mannschaft als deutlich zu stark, so dass sie nach nur einem Saisonsieg als Tabellenletzter wieder abstieg. Noch schlimmer erwischte es die 2. Mannschaft, die auch in der 1. Kreisliga mit viel Pech auf Grund zahlreicher widriger Umstände den angestrebten und eigentlich auch erwarteten Klassenerhalt verfehlte und nochmals eine Liga tiefer durchgereicht wurde. Beide Mannschaften rehabilitierten sich allerdings prompt schon in der Folgesaison durch die Erringung des Meistertitels eine Etage tiefer. Dabei verzichtete die 1. Mannschaft jeweils auf den Aufstieg, während bei der 2. Mannschaft wegen der Umstrukturierung der Liga der Titelgewinn erstmals nicht mit dem Aufstiegrecht verbunden war. Die 1. Mannschaft wiederholte 2002/03 in der Stammbesetzung Johannes Hauck, Michael Sauer, Frank Hofmann, Günther Wendorff, Martin Engert und Andreas Völk noch einmal den Titelgewinn, um erneut freiwillig in dieser Liga zu verbleiben.

Weitere Titelgewinne gab es 2002/03 für die Jungenmannschaft in der 3. Kreisliga sowie für die zwischenzeitlich sogar in die 3. Kreisliga abgestiegene 2. Herrenmannschaft in der Saison 2005/06, wodurch der sofortige Wiederaufstieg in die 2. Kreisliga geschafft wurde. Ebenfalls 2005/06 holte die 1. Herrenmannschaft zum wiederholten Mal den Titel in der Bezirksklasse, nahm diesmal aber das Aufstiegrecht wahr und behauptete sich tatsächlich dann auch in der 2. Bezirksliga. Frank Hofmann, Johannes Hauck, Günther Wendorff, Georg Utz, Ulrich Schwarz und Michael Sauer bildeten dabei das erfolgreichste Sextett.

 

Titelkämpfe und Turniere


Einen sportlichen Höhepunkt stellen alljährlich die Vereinsmeisterschaften dar, die seit 1979 kontinuierlich ausgetragen wurden. In den ersten vier Jahren dominierte hierbei Winfried Kraus als Seriensieger. Ihm folgte der vormale Jugendmeister Peter Drescher mit seinem Titel-„Hattrick“ von 1983 bis 1985. Danach waren die Titelkämpfe vor allem von Frank Hofmann geprägt. Der inzwischen zum SPD-Bundestagsabgeordneten aufgestiegene Spitzenspieler hatte anfänglich, seit er sich am Wettbewerb beteiligte, den Vereinstitel  gleichsam abonniert. Gleich neunmal trug er sich in die Liste der Vereinschampions ein, davon 1990 bis 1993 vielmal in Folge. Nur bei sieben seiner bislang 14 Starts musste er mit dem zweiten, dritten, vierten bzw. fünften Platz vorlieb nehmen. Aus der Generation nach den „Gründungsvätern“ entpuppte sich Johannes Hauck mit vier Meistertiteln als erfolgsreichster Akteur. Nach 2000 und 2002 sichert er sich auch 2005 und 2006 den begehrten Turniersieg. Zwei Titelgewinne gingen auf das Konto von Günther Wendorff, der zudem gleich zehnmal den zweiten und dreimal den dritten Platz erreichte. Auch Thomas Martin sicherte sich zweimal den Pokal des Sommeracher Vereinsmeisters, desgleichen Michael Sauer.

Vervollständigt wird die Reihe der Titelträger durch je einen Triumph von Siegfried Ringelmann (1994) und Klaus Stork (1995).
Ein Ereignis der besonderen Art waren auch die in den Anfangsjahren jeweils um die Weihnachtszeit ausgerichteten „Offenen Ortsmeisterschaften für Nicht-Aktive“, bei denen sich erstaunlich viele Hobbyspieler beteiligten. Insgesamt siebenmal, nämlich von 1980 – 1987 maßen sich dabei Tischtennis-Freaks, die nicht in den Mannschaften des SV-DJK  zum Einsatz gelangt waren, im sportlichen Vergleich. Bereits bei der ersten Auflage im Jahr 1980, als sich Helmut Ländle den Siegerpokal sicherte, beteiligten sich 35 Akteure an dem Spektakel. Die Rekord-Teilnehmerzahl wurde 1982 verzeichnet, als sich sage und schreibe 58 Sommeracher in der Turnhalle ein Stelldichein gaben. Aber auch 1981 mit 46 und 1983 mit 44 Teilnehmern hatten die Organisatoren alle Hände voll zu tun. Ein kleiner, für die Tischtennisabteilung positiver Nebeneffekt der Veranstaltung war auch die Tatsache, dass mancher Teilnehmer, vor allem wenn er erfolgreich war, sich dazu animieren ließ, anschließend der Abteilung beizutreten und die diversen Mannschaften zu ergänzen.

Den Pokal des Siegers erkämpften sich 1980 Helmut Ländle, 1981 Neithard Schleicher, 1982 Dr. Peter Wondrak, 1983 Peter Vogl, 1984 und 1985 Jürgen Göttler und schließlich 1987 Hubert Drescher. Nachdem in den letztgenannten Jahren das Interesse deutlich nachließ, wurde nach 1987 dieser Wettbewerb nicht mehr ausgeschrieben.
Auch bei zahlreichen Kreis-Ranglistenturnieren sowie den jährlichen Kreiseinzelmeisterschaften in den unterschiedlichsten Startklassen sammelten die Sommeracher Tischtenniscracks immer wieder Titel und Spitzenplatzierungen. Allerdings ist der Eifer der „Gründerjahre“ hier inzwischen ins Stocken gekommen. Dies liegt teils daran, dass die älteren Leistungsträger in ihrem Ehrgeiz merklich nachgelassen haben, zum andern aber auch daran, das der Nachwuchs für diese Art sich sportliche Lorbeeren zu ergattern, nicht mehr so zu begeistern ist. Ein echtes Glanzlicht setzte allerdings im Dezember 2002 Johannes Hauck, als er bei den Bayerischen Titelkämpfen, die in Kürnach ausgetragen wurden, im Mixed an der Seite von Nina Münch aus Kleinheubach den Titel eines Bayerischen Meisters in der Leistungsklasse C erkämpfen konnte. Ein vergleichbarer überregionaler Erfolg war bereits 1992 Winfried Kraus geglückt, als er als Mitglied der Lehrermannschaft des Landkreises Kitzingen, die sich zuvor schon auf unterfränkischer Ebene durchgesetzt hatte, beim Finalturnier in Kempten ebenfalls einen bayerischen Meistertitel holen konnte, allerdings eben „nur“ auf Lehrerebene.

Ein Rezept für die sehr erfolgreiche Arbeit der Abteilung in den mehr als zwei Jahrzehnten ihres Bestehens ist sicherlich der Zusammenhalt in der Führungsriege. Hier ist in erster Linie Günter Frank zu nennen, der 1980 das Amt des Abteilungsleiters von Günther Streit übernahm und diese Position bis 1996 innehatte, ehe er sich nach 16 Jahren von Johannes Hauck ablösen ließ. Ebenfalls 16 Jahre lang fungierte Reinhold Drescher als stellvertretender Abteilungsleiter. Erst 2001 gab er dieses Amt an Michael Müller-Kaler ab, weil er für zwei Jahre die Position des Jugendleiters übernahm. Und sogar seit der Gründungsversammlung im Jahre 1979 versieht Winfried Kraus das Amt des Schriftführers und Pressebeauftragten. Auch der gegenwärtige Kassier Georg Utz hat zwei Jahrzehnte lang diverse Funktionen innerhalb der Abteilung bekleidet.

Im April 2005 wurde Michael Müler-Kaler als Nachfolger von Johannes Hauck an die Spitze der Abteilung gewählt. Burkard Utz beerbte gleichzeitig den neuen Abteilungsleiter als Vize. Die übrigen Funktionen blieben in bewährten Händen.

In gebührender Form hatte schon zuvor, nämlich am 24. April 2004, die Abteilung ihr 25jähriges Bestehen begangen. Sportlich wurde dieses Jubiläum mit einem Vierer-Mannschaftsturnier gewürdigt, an dem sich sieben Teams aus befreundeten Vereinen mit den heimischen Akteuren maßen. Als Sieger ging der SV Bommern, in dessen Reihen der „ausgewanderte“ ehemalige Sommeracher Vereinsmeister Peter Drescher mitwirkte, aus diesem Turnier hervor. Die „Bommeraner“ hatten dabei mit der etwas überraschen in Finale vorgedrungenen jungen Truppe der DJK Astheim wenig Mühe. Mit dem dritten Rang mussten sich die Sommeracher begnügen, die im kleinen Finale das Team von TuS Germania Salchendorf besiegten.

Die Siegerehrung im Rahmen des Ehrenabends nahm in Anwesenheit des Bürgermeisters Elmar Henke und des Tischtennis-Kreisvorsitzenden Friedrich-Wilhelm Rexilius niemand Geringeres als die deutsche Weinkönigin Nicole Then vor. Im Mittelpunkt des Abends stand die Ehrung langjähriger und verdienter Mitglieder der Abteilung. Acht Aktive, die vom Gründungsjahr an in den verschiedenen Sommeracher Tischtennis-Mannschaften mitgewirkt hatten, wurden Reinhold Drescher, Günter Frank, Dietmar Kraus, Winfried  Kraus, Alfred Molitor, Gerhard Pfaff, Josef Streng und Georg Utz. Die Verdienstnadel in Silber für mehr als zehn Jahre an verantwortlicher Position erhielten Reinhold Drescher, Günter Frank, Johannes Hauck, Georg Utz sowie Reiner Utz. Gar mit der Verdienstnadel in Gold wurde die 25jährige ununterbrochene Tätigkeit von Winfried Kraus als Schriftführer honoriert. Letzterer hielt auch die Festansprache, in der er die 25 Jahre Abteilungsgeschichte mit allen sportlichen Höhen und Tiefen Revue passieren ließ, desgleichen auch die gemeinschaftsfördernden geselligen Unternehmungen, an denen es nie gefehlt hat.